Fischwelt der Mur und ihren Zuflüssen
Forellen- oder Eschenregion
Im Oberlauf der Mur, in den schnell fließenden, sauerstoffreichen Abschnitten sind schlanke stromlinienförmige Fische heimisch, deren Laich sich in kalten, strömungsreichen Abschnitten - oft in tieferen Schichten unter der Gewässersohle - entwickelt. Das Geschiebe besteht noch aus großen Gesteinsbrocken bis kleinen Steinen. Die meisten dieser Arten sind bereits gefährdet oder müssen nachgesetzt werden, weil Gewässerverunreinigungen, Flussregulierungen oder Falschbesatz die Bestände reduziert haben oder Staukraftwerke das Erreichen der Ablaichregion verhindern.
Dazu zählen: Koppe, Bachforelle, Schneider, Huchen, Esche, Streber, Strömer, Aalrutte (einzige Dorschart unserer Fliesgewässer)
Barbenregion
Zur Barbenregion zählt der mittlere Flussabschnitt. In diesem Abschnitt beginnt der Fluss einen breiten Talraum mit zahlreichen Nebenarmen (furkierender Verlauf) zu schaffen. Die Fließgeschwindigkeit ist reduziert, die Geschiebegrößen gehen von kleinen Steinen bis zu Kiessand. Die Fische werden hochrückiger, benötigen verschiedenste Strukturen im Fluss und am Flussufer. Tiefstellen und rasch fliesende Bereiche wechseln sich ab. Treibholz verfängt sich und bildet Hohlräume (Unterstände). Am Ufer wachsende Bäume werden unterspült und ihre Wurzeln dienen einigen Fischarten als Laichraum. Die meisten Fischarten benötigen einen kiesigen Untergrund im Fluss oder in Nebenbächen zum Ablaichen. Die Fischlarven driften ab und wachsen in beruhigten Gewässerabschnitten auf.
Dieser Raum ist durch die Regulierungen bereits im 19. Jahrhundert weitgehend zerstört worden. Von Volksfesten ist in Chroniken die Rede, als die Nasen aufstiegen um in den Bächen abzulaichen. Mit Mistgabeln wurden die Fische aus den Bächen herausgestochen und heimgebracht.
Zu den Fischen gehören: Nasen, Barben, Rusnase, Hasel, Nervling, Frauennervling,
AitelRotauge, Weißflossengründling, Gründling, Flussbarsch, Zingel, Schrätzer
Altarme, langsam fließende Gewässerabschnitte
Immer wieder bilden sich Altarme (Lahnen) in denen eine eigene Fischfauna vorkommt. Diese Lahnen werden regelmäßig bis selten überschwemmt. Sie verlanden und werden schließlich zum Auwald. Bei Hochwasser gelangen Fische in die Lahnen und laichen dort ab. Die meist mit krautiger Ufervegetation, Schwimm- und Unterwasserflora reichlich ausgestatteten Lahnen bieten genügend differenziertes Laichsubstrat (z. B.: Laichkraut). Heute werden langsam fliesende Abschnitte oder Stillgewässer in Stauräumen von anpassungsfähigen Fischen als Ersatzlebensraum akzeptiert. Die meisten Altarme erhalten nur noch selten Wasser durch Überschwemmungen. Gründe sind das mangelnde Geschiebe und die Eintiefung des Flusses aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeit durch die Regulierung.
Fischarten dieses Lebensraumes sind: Karausche, Schleihe, Karpfen, Hecht, Bitterling, Wels, Laube, Rotauge, Rotfeder, Schied, Moderlieschen
Grabenlandbäche
In den Zuflüssen, den kleinen Bächen und Gräben des Mursystems leben wiederum an diesen Lebensraum angepasste Arten. Der Nährstoffgehalt ist hier sehr groß, die Sedimente oft schon nur noch Sand oder Lehm. Zwischendurch findet man noch kiesige Ablagerungen. Die Bäche wären ideale Laichräume auch für die Flussfische, sind jedoch zumeist durch Bauwerke für die meisten Fischen nicht erreichbar und durch den Eintrag aus der Landwirtschaft nicht mehr als Laichbiotop geeignet.
Welche Fische, bzw. Neunaugen gibt es hier? Steinbeisser, Goldsteinbeisser, Smerle, Gründling, Semling, Hundsbarbe, Elritze, Bitterling, Aitel, Moderlieschen, Ukrainisches Bachneunauge (kein Fisch), Bachneunauge (kein Fisch, sondern Neunauge), Hundsfisch (verkrautete Gräben: nur in Slowenien gefunden)Schlammpeizger (verkrautete Gräben und Altarme)
Brachsenregion
So wird die Tieflandregion mit einem meist nur als ein Hauptfluss mäandrierenden Fluss genannt. Die Strömungsgeschwindigkeit ist sehr reduziert. Die Sedimente sind Sande und Lehme. Der Sauerstoffgehalt ist mäßig. Der Nährstoffanteil hoch. Die Flüsse weisen Prallufer außen und Schotterbänke in der Innenkurve auf. Unterschiedliche Tiefenzonen sind die Folge. Größere Ströme sind bereits über 10 Meter tief und schiffstauglich.
Für die Mur gelten diese Abschnitte nur an der kroatisch/ungarischen Grenze vor der Mündung in die Drau, bzw. im Bereich von Lendava – Slowenien.
Zu den typischen Fischen dieser Regionen zählen: Güster, Brachse, Kaulbarsch, Zander
Typische Besatzfische sind: Karpfen, Hecht, Wels, Regenbogenforelle
Zusätzlich gelangen Fische unbeabsichtigt in die Gewässer: Sonnenbarsch, Giebel, Goldfisch, Blaubandbärbling
eine Zusammenfassung von Oskar Tiefenbach und Bernard Wieser



















